(Marko 28.02.15/15:45Uhr)
Ein einfaches Hummelhotel
Moin moin,

Da es so viele Nachfragen nach der Bauanleitung für ein einfaches Hummelhotel gab, habe ich großherzig beschlossen, es auf eine Webseite zu schreiben...
Naja, um ehrlich zu sein habe ich es bummlich 3 oder 4 mal geschrieben und möchte es mir jetzt etwas einfacher machen. *lächel* Außerdem hat es so den Vorteil, das ich nicht ausversehen etwas vergessen kann.

Vorab das wichtigste, die Zeit. "Hurtig hurtig junger Gesell' hebe die Füße und spute dich schnell" - würde es ganz gut treffen. Ich habe einige Aussagen zum Zeitpunkt gefunden: "etwa 10 Grad" (was wir schon desöfteren hatten) und "Wenn die Krokusse und Weidenbäume blühen" - Fix aus dem Fenster geschaut sagt mir, da habe ich noch een büschen Tiet. Zu guter letzt habe ich jetzt die Aussage gefunden "Ende Februar", wenn ich nun auf den Tacho schaue, dann sagt der "28.02." was quasi einer Punktlandung gleich kommt. Aber ich hoffe mal, das die Hummelköniginnen kein all' zu gutes Zeitgefühl haben, sich eventuell noch einmal in der warmen Höhle umdrehen und mache mich einfach Zeitnah ans Werk.
Allerhöchste Eisenbahn (oder fast schon zu spät) ist es wenn man eine Hummelkönigin ein paar cm übern Boden fliegen sieht. Wobei "sehen" übertrieben ist, meistens hört man sie eher...

Kommen wir zum Aufbau. Das Prinzip ist simpel: Von unten ein Schutz gegen Wühlmäuse, dann der Pott als Nisthöhle, oben das Einflugloch und ein Regenschutz - Fertig.
Ein Thema ist Wasser, die wenigsten Hummeln sind als gute Schwimmer bekannt, deswegen sollte man zusehen, das die Hütte schön Trocken bleibt. Ich werde in den einzelnen Schritten der Bauanleitung immer mal darauf hinweisen.
Kommen wir nun zum benötigten Material, einiges davon ist kein muss, anderes kann man auch durch geeignete andere Materialien ersetzen. Dazu einfach die Bauanleitung nachlesen was es machen soll und dann selbst entscheiden.

1) Drainage - Bütten Kies (nice to have)
2) Bodenplatte - Gehwegplatte
3) Höhle - 24'er Blumenpott
4) Nistmaterial - Stroh / Kleintiereinstreu
5) Abstandshalter - Einige mittelgroße Steine
6) Einfluglochdach - Dachpfanne

Zusätzlich werden ein Spaten, ein Hammer, ein Nagel, etwas zu trinken, ein Regenschirm, Pflaster und im Idealfalle kleine helfende Hände benötigt, die die Zeit des Aufbaus etwa um das 5 Fache verzögern, aber dafür macht es mindestens 10 mal so viel Spaß.
Nun der Aufbau... Es wird ernst... Apropos, Tapeten, Laminat, Fußbodenheizung und jeglicher anderer Schnick Schnack wird nicht benötigt, will sagen, zu viel ist hier tatsächlich eher hinderlich. Bestes Beispiel, der Topf, je älter, je besser. Wenn es unbedingt sein muss, dann höchstens grob abfegen, aber je mehr ihr da macht dasto eher die Chance, das keine Hummel einzieht, haltet euch immer vor Augen, das sie normalerweise zum Beispiel in ein altes Mäuseloch einziehen, da renoviert und wischt vorher auch keiner.
Aber jetzt Schritt für Schritt. Een nochn annern.
1) Wir bereiten alles vor, einfach mal alles zusammensuchen und schauen, ob alles da ist.
2) Da ich als Bodenplatte eine Gehwegplatte nehme, muss ich diese noch etwas "tunen", ich zeichne mir mit einem alten großen Nagel grob die Größe des Blumentopfes auf die Platte (natürlich die Seite mit dem großen Loch). Dann haue ich mit einem Hammer die Platte etwas kleiner, so das sie nur ein wenig übersteht. Nun liegt der Topf auf der Platte recht saugend schmatzend auf, heißt, wenn das ganze eingegraben ist, dann ist der Quasi dicht und wenn Wasser reinläuft, dann steht es im Topf und die Hummeln haben ein Pool im Nest, was sie in der Regel nicht so toll finden. Also bohre ich ein paar kleine Löcher in die Platte, Durchmesser 8mm und dann bummlich 10 Stück oder mehr, ganz wie man mag. Wer statt der Gehwegplatte einen großen Naturstein nimmt, kann sich das Bohren eventuell sparen. Wichtig ist, das die Löcher und Spalten klein genug sind das keine Wühlmaus rein kommt und groß genug, damit das Wasser raus kann.
3) Der Blumenpott! Das kleinere Loch wird etwa auf 2cm oder die größe eines 50Cent Stückes vergößert, dazu entweder vorsichtig mit dem Hammer den Rand abschlagen, oder einen kleienn Meißel oder den Nagel nehmen.
4) Dann geht es los. Der Standort darf nicht zu tief liegen, da sich hier bei Starkregen Wasser sammeln und in die Öffnung laufen kann. Wo wir wieder bei dem Pool sind, was Hummeln blöde finden. Lieber eine kleine Anhöhe.
5) Spaten nehmen und ein Loch schaufeln. Hat man kleine helfende Hände, könnte das schon erledigt worden sein, wärend man die ersten 3 Gehwegplatten und 2 Töpfe zerdeppert hat. *lächel* Gut, wenn man nicht aufgepasst hat, kann man das Loch auch als Weinkeller benutzen, aber etwas Schwund ist immer... Die Tiefe richtet sich nach dem Aufbau und den Materialien (ach was). In meinem Fall kommt unten Kies, dann die Platte und da drauf der Blumenpott, der so bummlich 5cm oben raus schaut. -go-
6) Loch fertig, jetzt werf ich etwas Kies rein, das scheint kein muss zu sein, ich finde es aber vom Gefühl besser eine kleine Drainage zu haben, wenn das Wasser nach unten weg will/muss.
7) Auf den Kies kommt die zurechtgekloppte Gehwegplatte, der Naturstein, Ziegelstein, Pflastersteine,... halt der Fußboden und gleichzeitig der Wühlmausschutz des Hummelnestes.
8) In den Topf packen wir jetzt das Nistmaterial, also bei mir das Stroh und das Kleintierstreu, so das es später unten auf der Platte liegt. Es wird auch oft von trockenem Moos gesprochen und was der Burner sein soll, sind alte Mäusenester, da sollen die Hummeln richtig drauf abfahren, sowas muss man allerdings erst einmal haben. Wenn der Topf etwa zur Hälfte voll ist, kommen wir zum nächsten Schritt.
9) Den Pott mit der großen Öffnung und dem Nistmaterial nach unten auf die Platte stellen und noch einmal kontrollieren das die Öffnung etwas über dem Erdneviau liegt (ich werde etwa 5 cm machen).
10) Jetzt buddeln wir, oder der Hilfsmann, alles wieder zu, die überschüssige Erde wird oben etwas verteilt, so das ein kleiner Berg entsteht und so etwa 0,5cm vom Topf oben rausschauen.
11) Kommen wir zum Dach. Ringsrum ein paar mittelgroße Steine Aufstellen und dann einfach das Einflugloch abdecken, aber so das die Hummeln noch gut rein und raus kommen!!! Ich werde zum Abdecken eine alte Dachpfanne benutzen, das sieht nicht ganz so böse aus und könnte von der Form gut passen. Außerdem ist es ein schönes Gefühl, das mein Hummelhotel ein Dachpfannendach hat, gibt bestimmt gleich einen Stern mehr. *lächel*
12) Einen Schritt zurück gehen, den Kopf leicht schräg legen und sich selbst auf die Schulter klopfen, was man doch für ein tolles Kerlchen ist. Im Falle von helfenden Händen, kann man dies auch gegenseitig machen.
13) Nun müssen wir nur etwas warten, und ganz viel beeten...
Kleine Randbemerkung zu dieser Seite
Nicht zu streng sein, ich habe das jetzt nur mal auf die Schnelle und aus der Hüfte zusammengeworfen, Rechtschreibfehler können selbstverständlich ausgedruck und behalten werden.
Ich hatte vor ein paar Jahren mal vor eine kleine Internetseite und da drüber einen kleinen Garten-Stammtisch hier in Norderstedt zu machen, bin aber (offensichtlich) nie wirklich dazu gekommen. Ich werde das Thema aber jetzt noch einmal aufgreifen und hier ein bischen was Niederschreiben, schaue also gern mal wieder rein.
Schöne und heute sonnige Grüße, Marko